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Administrator (jjsa) on 24.2.2024

Holgers Leben mit einer seltenen Lungenerkrankung

Holger, Februar 2024

Als ich, Jahrgang 1949, 1972 in die Bundeswehr eintrat, um ein Berufsziel zu verfolgen, das eine mehrjährige Ausbildung erfordert, stellte sich bei den Atemspezifischen Untersuchungen heraus, dass das Lungenvolumen nicht den Anforderungen entsprach. Da zum damaligen Zeitpunkt die anderen für die Berufslaufbahn notwendigen Tests bereits positiv verlaufen und somit die Kosten für die Bundeswehr schon hoch waren, entschloss diese sich, weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen.

Dazu wurde ich im April 1972 für 9 Tage in das Krankenhaus Hamburg Harburg in die Lungenabteilung überwiesen. Es folgten intensive Untersuchungen wie: Bronchoskopie/Lungenfunktion/Rechtsherzkatheter/Pulmonarisangiografie sowie weitere Untersuchungen.

Am Ende der Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Residualvolumen des rechten Lungenflügels bereits eine Reduzierung von 47% zeigte. Weiterhin eine Verminderung der Atemwiderstände und eine Verminderung der Compliance. Die Diagnose danach war ein, wie der behandelnde Prof. mir sagte, sehr seltenes Krankheitsbild, das Macleod-Syndrom. Auf meine Frage, wie in diesem Fall die Lebenserwartung sei und wie ich meine Zukunft darauf einstellen kann, war die Antwort, die Krankheit sei so selten, das bzgl. der Lebenserwartung keine Aussage gemacht werden kann. Was die Zukunft angeht, könne er mir nur sagen: Sport-Sport-Sport. 1973 begann ich dann mit dem Kampfsport, den ich dann 25 Jahre aktiv ausüben sollte. Von 1973 bis 1975 ca. 2-3 Tage die Woche, danach ab ca. 1978 bis 1982 auf hohem Niveau bis zu 5 Tage die Woche. Bis heute treibe ich Sport in Anlehnung an Übungen des Kampfsports und Kraftsport, dieses ca. 3 Tage in der Woche.

Was sind nun die Symptome bei mir?

Im Alltag habe ich keine nennenswerten Einschränkungen. Das ändert sich, wenn ich längere Zeit einer hohen Belastung ausgesetzt bin, die viel Sauerstoff erfordert. Ich komme dann in eine relativ schnelle Sauerstoffschuld hinein. Das war natürlich auch während meiner intensiven Sportlichen Zeit so. Allerdings eignet sich der Kampfsport ganz gut, da es häufig Trainingsinterwalle gibt und ein Kampfzyklus ca. 3x3 Minuten mit jeweils einer Minute Pause dauert. Meine damaligen Erholungszeiten waren recht kurz, heute brauche ich bei intensiveren Belastungen natürlich eine längere Erholungszeit. Belastungen des Alltags wie: Treppensteigen, Lasten tragen, lange Strecken laufen sind kein Problem.

Seit Erstellung des Befundes lasse ich in regelmäßigen Abständen ein Belastungs-EKG, Blutuntersuchungen, Herzsonografien zur Abklärung einer Rechtsherzbelastung durchführen. Medikamente benötige ich nicht. Auch habe ich mein damaliges Gewicht von 74 Kg (heute 72 Kg) bei einer Körpergröße von 180 cm bis heute gehalten.

Ich hoffe, vielleicht jemandem mit der Darstellung meines Weges bzgl. dieser Einschränkung geholfen zu haben und bin gern bereit Fragen zu beantworten.

 

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