Gastbeiträge

Administrator (jjsa) on 1.1.2020

Anja Gärtner, 06.12.2019

Ärzte Tag

Anja Gärtner, 06.12.2019, Facebook

Der fünfte Tag in Folge krank, matt, erschöpft, entzündet, unkonzentriert, nervlich schwach und dünnhäutig.... Nach einer längeren Zeit halbwegs gesünderer Tage...

Heute habe ich Ärztetag gehabt. Einer geplant, der zweite dazu gekommen.
Der erste war der Wichtigste, die Auswertung beim Immunologen. Auch wenn es seltsam klingt. Ich bin froh, dass etwas dabei rausgekommen ist. Es gibt etliche Anhaltspunkte. Alle haben mit entzündlichen Prozessen zu tun. Und einigen daraus resultierenden Mangelerscheinungen. Die Gründe dafür sind noch nicht ganz bekannt, aber es zeichnet sich einiges ab.

Nicht alles habe ich verstanden. Aber ich hatte ein Aufnahmegerät dabei und kann es mir noch einmal anhören. Nächster Termin erst wieder in einem halben Jahr. Bis dahin weiter Sonderernährung, Autoimmunprotokoll und zusätzlich hochkonzentrierte Ergänzungen (Vitamine D, B12, dazu jetzt noch C, Omega 3 Fettsäuren gegen Entzündungsprozesse und Eisen).

Das hilft zumindest dabei, die Beschwerden zu mildern. Und das ist auch schon etwas. Wenn es nicht mehr ganz so schlimm ist wie früher. (Es ist alles zusammen nur leider sehr schwer zu finanzieren. Dafür muss ich eine Lösung finden.)

Der nächste Termin, der sich zufällig ergeben hat (Endokrinologie), war die Hölle. Reden gegen die Wand, ungläubige Blicke, Andeutungen, seltsame Fragen, Relativierungen, Zweideutigkeit, Behandlung im Labor als wäre man ein Ding und noch dazu unsichtbar. Desinteresse pur.

Gleichgültigkeit, keine Augenhöhe, nicht ernst genommen werden, ärztliches Verschweigen, keine Hilfe, keine Tipps, keine Unterstützung, kein Mitdenken, allein gelassen werden, und noch dazu unglaubwürdig zu sein ...


Am Ende das Gefühl: Nie wieder Ärzte!!!!! Zum krank sein selbst kommt eine innere Lähmung, ein Gefühl von Demütigung.
Ich weiß, es ist schwierig mit mir. Aber ich habe mir das ja nicht ausgesucht. Es ist einfach da. Und es ruiniert mein Leben. Diese extreme körperliche Schwäche, bei gleichzeitig gut funktionierendem Kopf. Und nichts dagegen tun können. Alle Methoden versagen gegen diese große Erschöpfung. Sie wird nicht kleiner durch die Frustration, durch die schlimmen Erfahrungen bei den Ärzten. Dazu kommt dann noch die zunehmende Verzweiflung, einem Zustand ausgesetzt zu sein, gegen den man nicht ankommt. Keine (ärztliche) Hilfe zu bekommen, keine echte und eindeutige Diagnose zu haben, auf sich allein gestellt zu sein, sich nirgends ausheulen oder wenigstens reden zu können, und sich auch noch komplett unverstanden zu fühlen und als unglaubwürdig da zu stehen.

Ich glaube, ich muss mir einmal die Mühe machen, den Zustand in etwas weitläufigeren Beschreibungen oder in Metaphern zu erfassen. Die einfachen Worte sind nicht geeignet dafür. Es gibt nur wenige Worte für so viele unterschiedliche Zustände, und für einiges gibt es gar keine Worte. Es existiert aber trotzdem. Und ob Ärzte und Patienten überhaupt dieselbe Sprache sprechen und sich verständigen oder verstehen können, ist auch noch mal eine Frage.

Ich bin froh, dass der Tag vorbei ist. Morgen kann ich mich emotional wieder aufpäppeln. Und einfach zu mir kommen. Und, da ich heute wieder eine B12 Spritze bekommen habe, geht es mir morgen vielleicht überhaupt schon wieder besser als heute.

Ärzte werde ich jedenfalls weitestgehend meiden. Es hat ziemlich wenig Sinn bei diesen nach Hilfe zu suchen. In diesem fragmentierten Gesundheitssystem ist man als so unklarer und nicht eindeutig einzuordnender Patient nur ein Störfaktor. Insbesondere dann, wenn es einem gerade nicht gut geht. Dann stört man die Abläufe zusätzlich. Und bekommt das auch deutlich gezeigt.
Für mich ist heute jedenfalls Ende Gelände. Ich muss allein für mich sorgen. So gut ich es verstehe.

Nachtrag zum gestrigen 'Ärztetag':

Die Nacht ist vorbei, ich habe endlich wieder geschlafen. (Auch ein Effekt der
'Krankheit': wenn der Zustand schlimmer ist, dann habe ich auch schlaflose Nächte)

Heute ist der 6. Dezember, Nikolaustag. Ich habe zwar nichts in meinen Schuhen gefunden (waren ja auch nicht geputzt ;-) ).

Aber dafür habe ich ein anderes Geschenk bekommen: die Vit.B12-Spritze macht das, was sie in den letzten Monaten immer gemacht hat, ich werde wieder zum Menschen, bin kein heulendes Elend mehr.

Ich bin sehr froh, dass ich wenigstens EINEN Arzt gefunden habe, der mir dabei behilflich ist, diesen „Zuständen“ und ihren Ursachen auf die Spur zu kommen. Und mittlerweile wird diese Spur zu einem Weg (noch keine Straße, aber ein Naturpfad ist es schon).

Was zeichnet sich ab?

Ich habe Mangelzustände. Das ist das, was ich wohl am meisten spüre. Das macht einen Großteil der Beschwerden aus. Mittlerweile habe ich mich eingelesen (zumindest im Internet, es gibt auch einigermaßen seriöse Quellen), wenn auch noch nicht bis in die Tiefe. Aber ich erkenne die Beschwerden wieder und kann sie zurück führen auf den jeweiligen Mangel. Allen voran Vit B12 und Vitamin D.

Vor allem: der Arzt, Immunologe, bestätigt dies durch die dazu gehörigen Werte! D.h. es ist nicht nur „gefühlt“, sondern echt und nachgewiesen. Damit sind diese „diffusen“ Beschwerden, die alles und nichts bedeuten können und in vielen Zusammenhängen auftauchen (sowohl körperliche als auch psychische) irgendwie „dingfest“ gemacht und ursächlich zugeordnet.

Allein DAS ist eine unglaubliche Erleichterung für mich. Denn damit stehe ich u.a. den Ärzten nicht mehr als „Psycho“ gegenüber und muss mich nicht runter machen und demütigen lassen als solches. Ich kann sagen: „Hallo, hier gibt es Ursachen!!! Die haben die und die Wirkungen.

Ursache und Wirkung! Ich liebe es ja, Zusammenhänge herzustellen. Alles, was man auf Ursache und Wirkung zurückführen kann, macht einen nicht mehr ohnmächtig. Aus dem Wissen darüber lassen sich Handlungsmöglichkeiten ableiten. Und sei es im „Versuch und Irrtum“, also im Experimentieren, wenn bisher keine eindeutigen Gegenmittel bekannt sind.

Woher kommen die Mangelzustände?

Ich bin seit 14 Jahren krank! Was inzwischen auch feststeht, wenigstens als Zwischenfazit. Es gibt einen entzündlichen Prozess in meinem Körper. Woher diese kommen, welche Natur diese haben, ist noch nicht bekannt.

Da gilt es weiter zu forschen, auf dieser Spur weiter dran zu bleiben. Aber immer ist das Ergebnis: entzündliche Prozesse, vermutlich autoimmunen Ursprungs. Aber das ist noch nicht genau ermittelt, noch nicht lokalisiert.

Jedenfalls bewirken diese entzündlichen Prozesse, dass ich einen erhöhten Umsatz habe an bestimmten grundsätzlichen Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Vitamine. Es ist noch nicht ganz klar, ob bereits alles erfasst ist, was ich an Mängeln habe aus dieser langen Zeit.

Fest steht aber, dass ich einen EXTREMEN Mangel an Vitaminen B12 und Vit.D, z.T. auch an Eisen habe. Diese Mängel rühren daher, dass der jahrelang erhöhte Umsatz meine Speicher absolut geleert hat.

Laut Arzt stand ich kurz vor der Osteoporose, was aber glücklicherweise noch nicht geschehen ist!!!!

Daher rührt der Großteil der Beschwerden. D.h. mit anderen Worten, alles was ich in den Jahren „gefühlt“ habe, hat sich bewahrheitet. Das Grippegefühl entspricht den entzündlichen Prozessen. Warum diese nicht permanent, sondern nur stoßweise, anfallsartig vorhanden sind, ist noch nicht bekannt.

Und das zunehmende Gefühl von „Mangel“ rührt von den Vitaminmängeln her. Auch meine z.T. krassen „Ernährungsanomalien“, wie der „Süßhunger“ an den kranken Tagen, das Bedürfnis nach bestimmten Lebensmitteln (meistens extrem ungesunde) lässt sich darauf zurückführen.

Die Ergänzung meiner Ernährung um diese Mangel-Vitamine führt folgerichtig zu einem normal-gesunden Essen. Das wiederum die Gesundheit verbessert. Und weitere „Anfälle“ mit der Zeit reduziert oder mildert.

Die große Erschöpfung (Fatigue) rührt ursächlich von den entzündlichen Prozessen, wird aber verstärkt durch die Mangelzustände, bis teilweise zur Unerträglichkeit.

Aktuell ist auch der EBV (Epstein Barr Virus) wieder reaktiviert. Ob dies ebenfalls zum Gesamtzustand beiträgt, ist noch nicht endgültig geklärt. Denn laut der meisten Ärzte trägt diesen Virus inzwischen fast jeder in sich. (Ob ich diese Relativierung so glauben soll, bin ich mir noch nicht so sicher. Der Immunologe sieht darin jedenfalls auch eine gewisse Relevanz hinsichtlich der Ursache.)

Was bleibt?

Ich bin ENDLICH auf der richtigen Spur. Die Speicher sind immer noch leer. Weil die entzündlichen Prozesse weiterhin das Auffüllen verhindern. Auch nach einem Jahr zusätzlicher, hochdosierter Nahrungsergänzung noch. Ergo wird noch etwas höher dosiert, aber vorsichtig. Und zusätzlich gepusht mit hochdosiertem Vitamin C.

Und ich muss mir einen Arzt suchen, der mir hilft, die entzündlichen Prozesse zu lokalisieren. Hier habe ich leider keine Idee, wer mir helfen könnte. Leider sind Ärzte in ihrem Blickwinkel irgendwie sehr beschränkt, jeder bleibt allein bei seinem Fachgebiet, sie arbeiten nicht mehr zusammen, kooperieren nicht, tauschen sich nicht aus.

Und die auch nervlichen und psychischen Beschwerden, während der Krankheitsphasen, führen dazu, dass ich in die Psychokiste gepackt werde. Dabei sind diese (auch das habe ich IMMER so gefühlt und bereits auch schon in den Zusammenhang mit den kranken Tagen gebracht) sekundär und gehören zu den Mangelerscheinungen. Sie sind nicht primär!!!!

Gegen die große Erschöpfung in gewissen, nicht vorhersehbaren (und damit auch nicht planbaren) Abständen, bin ich weiterhin relativ machtlos und muss sie „erdulden“.

Aber immerhin kann ich sie abmildern, indem ich die Verstärkung durch die Mangelzustände reduziere oder ausschalte mit der Zeit. Und das ist auch schon etwas.
Alles Weitere muss sich entwickeln...

Heute genieße ich erstmal, dass ich mich langsam wieder gesünder fühle, der Mangelzustand verschwindet, die Energie/ Vitalität langsam wieder zurückkehrt, meine Nerven langsam besser werden, ich mich auch psychisch wieder stabilisiere, ich in eine Art Gleichgewicht zurückkehre.

Das ist SO VIEL!!!! Sich wieder lebendig zu fühlen und nicht mehr kurz vor dem „Zusammen klappen“ zu sein und dabei auch noch ignoriert zu werden.

Ich bin so froh, dass ich endlich eine Spur habe, die ich weiterverfolgen kann. Denn das Wichtigste ist, dieser Zusammenhang reproduziert sich jedes Mal neu, und dies seit 12 Monaten.

Und das bedeutet, es gibt diesen Zusammenhang! Die Beobachtung ist objektiv, valide und reliabel, und entspricht damit sogar den wissenschaftlichen Gütekriterien. Wie gut, dass ich Soziologin bin, und zumindest gelernt habe zu beobachten. Muster zu erkennen und Schlüsse zu ziehen. Ohne diese Grundfertigkeiten wäre ich den Ärzten gegenüber aufgeschmissen gewesen. Zumindest einige meiner Muster, Beobachtungen haben sich als richtig erwiesen und nun eine Erklärung bekommen.

Nachtrag:

Der Immunologe hat mir gestern noch eine weitere „frohe Botschaft“ mitgegeben. Die bisherigen Verbesserungen/ Abmilderungen der Beschwerden (wenn sie auch noch immer da sind) bedeuten, dass sich mein Immunsystem beeinflussen lässt. Und DAS wiederum bedeutet, dass es eine gute Chance sogar auf Rückbildung der Beschwerden, vielleicht sogar Heilung, gibt. Und DAS ist nun wirklich ein großes Nikolausgeschenk. Ich werde daran glauben und darauf hin arbeiten! Mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten.

 

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